Antispeziesisumus

 

Speziesismus bezeichnet die Ungleichbehandlung von Lebewesen aufgrund ihrer Art. Der Begriff ist ein Neologismus (aus Spezies und -ismus) der erstmals 1970 von Richard Ryder geprägt wurde.


Der Begriff Speziesismus versucht die Ungleichbehandlung von Lebewesen aufgrund ihrer Art (der Spezie) sprachlich fassbar zu machen, da eine derartige Ungleichbehandlung im Alltag oft eine unbewusste Selbstverständlichkeit bleibt. Speziesismus findet sich in vielen Lebenssituationen wieder. Sei es im Umgang mit nichtmenschlichen Tieren oder gar im alltäglichen sprachlichen Gebrauch.

 

 

 

In unserer Gesellschaft wird die Artenvielfalt an nichtmenschlichen Lebewesen unter dem Pseudonym Tier zusammengefasst, wobei die grossen und präsenten Differenzen einfach bersehen werden und durch die Einkategoriesierung Tier dem Menschen ganz klar unterlegen sind. Da Tiere in unseren westlichen Kulturen immer noch als Nutz-, Haus- oder Belustigungselement betrachtet werden kann mensch bewusst von Unterdrückung reden. Ausbeutungsindustrien in Form von Tierhaltung für sogenannte Rohstoffgewinnung sind eine der grössten Nachfragen in unserer Gesellschaft. Tierliche Produkte werden als normales Konsummittel betrachtet, wobei der tatsächliche Ursprung naiv übersehen wird. Dass Lebewesen in Gefangenschaft hinevegetieren müssen oder gar ermordet werden um das gezielte Ergebnis zu erlangen wird hierbei bewusst von den kommerziellen Unternehmen verwischt.

 

Doch abgesehen von den Konsummitteln werden Tiere in unserer Gesellschaft ebenso im sprachlichen Gebrauch minderwertig behandelt und betrachtet. Dumm wie eine Kuh sein oder gar faul wie eine Sau, sind nur einige aufgezählte Ausdrucksweisen die die Unreflektiertheit des Menschen darlegen, da sie völlig unbedacht geäussert werden und das Urteilsvermögen des Menschen wiederholt als Wahrheit ausgelegt wird wobei übersehen wird, dass der Mensch ganz einfach nich dazu fähig ist mit nichtmenschlichen Lebewesen zu kommunizieren und deren Verhaltensweisen richtig zu deuten.

Der Speziesismus ist ganz einfach ein soziales Konstrukt seitens der Menschen . Die Gegner des Speziesismus bezeichnen sich selbst als AntispeziesistIn. AntispeziesistInnen geht es gezielt um herrschafts- und hierarchiekritische Elemente im sozialen Umgang.

Die Kategorisierung der Lebewesen in Tierarten erfolgt ihrer Ansicht nach durch willkürliche Kriterien. Dazu gehört insbesondere die Abgrenzung des Menschen vom restlichen Tierreich. Als Konsequenz der Ablehnung des Speziesismus wird die ethische Auflage des Verhaltens betrachtet, einschließlich der Ablehnung von Haus- und Nutztieren. Denn wenn es unethisch sei, Menschen zu töten oder aus wirtschaftlichen Gründen bzw. zur eigenen Unterhaltung einzusperren, und es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren gebe, so sei auch die Tiernutzung und -haltung unethisch. Folglich leben AntispeziesistInnen vegan, also ernähren sich frei von sogenannten tierlichen Produkten.